Was die Bildungspolitik von einem Berliner Schulleiter lernen kann | Blog | Mario Rieder

Was die Bildungspolitik von einem Berliner Schulleiter lernen kann

In Berlin zeigt der Schulleiter und Pädagoge Engin Çatık schon seit Jahren, wie Schule auch unter herausfordernden Bedingungen wirksame und erfolgreiche Bildungsarbeit leisten kann.

Deutsche Medien haben ihn als „Schul-Retter“ tituliert, nachdem er sogenannte „Problemschulen“ erfolgreich aus der Krise geführt hatte. Zuletzt hatte er Anfang 2025 hat er in Berlin die Friedrich-Bergius-Schule übernommen, die 2024 als „schlimmste Schule Deutschlands“ beschrieben wurde, als Ort von Gewalt, Mobbing, Schulverweigerung und ausgebrannten Lehrkräften. In kurzer Zeit hat er es geschafft, auch diese Schule auf einen positiven Weg zu bringen.

Was ist das Erfolgsrezept von Engin Çatık, der über sich selbst sagt: „Ich kann Krise“?

Armin Wolf hatte sich für die Ö1 Reihe “Im Gespräch” mit ihm getroffen und mit ihm über seine Arbeit mit Kindern und Jugendlichen und seinen Blick auf Schule gesprochen. Ein Gespräch, das mich aufgrund seiner Zugänge und seiner Sichtweisen, beeindruckt, bestärkt und angesprochen hat. Engin Çatık hat im Laufe dieses Gesprächs viele grundlegende Aspekte angesprochen, wie wir die Arbeit an Schulen so gestalten können, dass sich Kinder und Jugendliche ernst genommen fühlen, motiviert und in ihrem Selbstwert gestärkt werden, und sie damit von Objekten des Lernens wieder zu Subjektiven des Lernens werden, wie Gerald Hüther es formulieren würde.

Er charakterisiert sein eigenes Handeln als jemand, der für Klarheit und Ordnung stehe, aber gleichzeitig viel Empathie an den Tag lege und die Jugendlichen in ihrer Einzigartigkeit wertschätzt.


Dialog statt Repression

Ein zentraler Aspekt seiner erfolgreichen Arbeit ist der Dialog, ein Dialog, der anstelle vorgefertigter Zuschreibungen und Vorgaben den Sichtweisen der Jugendlichen Raum gibt und diese ernst nimmt und mit ihnen bespricht und verhandelt - und beschreibt das so:

“Ich glaube, da braucht es mehr Dialog als negative Zuschreibung. Der Dialog sorgt nämlich dafür, dass wir unsere Erwartungen klar machen und die Jugendlichen möglicherweise ihre Lebensentwürfe auch klar machen können. Und dann müssen wir uns aneinander abreiben oder aushandeln, in welche Richtung es geht.  Aber ich bin der Meinung, dass der Dialog zum Ziel führt und nicht die Repression.”

Getragen wird das von einem konsequent positiven, zuversichtlichen Blick auf die Jugendlichen, statt sie mit negativen Zuschreibungen abzuwerten - und ihnen zuzutrauen und zuzugestehen, dass sie – wenn auch manchmal im zweiten oder dritten Anlauf - auf ihre jeweils eigene Weise Verantwortung für ihren Weg übernehmen und diesen auch gehen. Was auch bedeutet, ihnen ausreichend Zeit und Raum dafür zu geben.

Und er ergänzt an anderer Stelle:
“Schule muss versuchen, Erfahrung zu generieren. Es darf nicht nur der Nürnberger Trichter benutzt werden. Das heißt, wir dürfen nicht nur Inhalte in sie reinkippen, sondern sie müssen Erfahrung sammeln und kompetent durch diese Erfahrung werden.”

Schule ist für ihn dabei ein Lebensraum, in dem Kinder und Jugendliche sich durch Erfahrungen entwickeln können, und in dem Demokratie, aktive Beteiligung und Werte nicht rein theoretisch vermittelt werden, sondern im täglichen Alltag miteinander erprobt und gelebt werden.

Wobei sich Engin Catik, auch aus seiner persönlichen Geschichte, immer bewusst ist, dass in unserem Bildungssystem und unserer Gesellschaft tief verankerte Mechanismen des strukturellen Rassismus oder der institutionellen Diskriminierung verankert und wirksam sind. Und es blauäugig wäre davon auszugehen, dass einfach jeder und jede in unserer Gesellschaft dieselben Chancen und Möglichkeiten hat und es nur auf den persönlichen Ehrgeiz und das persönliche Engagement ankomme. Gemäß dem Mythos, dass alle es schaffen können, wenn sie nur wollen und sich genug anstrengen.

Er sieht es aber zugleich als Aufgabe von Schule, von Schulleitungen und Pädagog:innen gerade auch im Wissen darüber Schüler:innen immer wieder zu ermutigen, diese Mechanismen der Diskriminierung und des Rassismus einerseits zu erkennen, andererseits aber nicht aufzugeben, sich davon nicht demotivieren zu lassen und sich davon nicht vom eigenen Weg abbringen zu lassen.


Eine Schule, die Kinder und Jugendliche zu zufriedenen Menschen macht

Sein Bild einer idealen Schule bringt er schließlich mit folgenden Sätzen auf einen auch meines Erachtens maßgeblichen Punkt:
"Die ideale Schule macht Kinder und Jugendliche zu zufriedenen Menschen – und zwar in der Gegenwart. Wissen Sie, wir sprechen häufig darüber, dass die Schule auf das Leben danach vorbereitet. Die Jugendlichen und Kinder leben aber jetzt in der Gegenwart.
(…)
Zufriedene Menschen wissen sehr wohl, was sie vom Leben erwarten. Und zufriedene Jugendliche können dann auch viel eher ihre Stärken benennen, ihren Selbstwert benennen, ihre beruflichen Ziele benennen. Wenn ich nur darauf aus bin, sie zu verwertbaren Objekten zu machen für den Arbeitsmarkt, mache ich sehr viel falsch.”


Engin Çatıks Sichtweisen decken sich in vielem mit dem, was auch immer wieder meine Erfahrungen in der Bildungsarbeit mit Kindern und Jugendlichen waren, sei es in den Jugendprojekten der Wiener Volkshochschulen, vor allem auch dem JUBIZ, dem Jugendbildungszentrum der VHS Ottakring, sei es in der schulischen Bildungsarbeit, zuletzt in der freizeitpädagogischen Arbeit an Ganztagsschulen.

Leider finden sich kaum Spuren eines solchen Blicks auf Kinder und Jugendliche und eines solchen Zugangs zu den Aufgaben von Schule und Bildung im Mainstream unserer aktuellen Bildungspolitik,

Ganz im Gegenteil: Die glattgeschliffenen Botschaften der aktuellen Bildungspolitik drehen sich fast ausschließlich um externe Interessen und externe Erwartungen an Kinder und Jugendliche, und darum, wie Kinder und Jugendliche diese bestmöglich erfüllen, wie sie bestmöglich „performen“ können und was sie dafür leisten sollen.


"Fit fürs Leben?"

Wenn etwa der österreichischen Bildungsminister laufend den Stehsatz bemüht, Schule müsse Kinder und Jugendliche „fit fürs Leben“ machen. Und unter anderem in einer Rede im letzten Herbst dazu feststellte, Schule müsse daher darauf vorbereiten, sich an eine sich verändernde Welt anzupassen.

Sollte es nicht umgekehrt das Ziel von Bildung und Schule sein, Menschen dazu zu befähigen, diese Welt aktiv zu verändern, statt sich ihr anzupassen? Und damit nicht die Welt, also unsere Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung, als etwas Gegebenes hinzunehmen, sondern sie zu hinterfragen und neu bzw. anders zu denken? Indem sie kritisches Denken und selbstbestimmtes Handeln ermöglichen?
Mit dem, was Oskar Negt als gesellschaftliche Schlüsselkompetenzen beschrieben hat, etwa mit der Kompetenz, Ungerechtigkeiten sowie wirtschaftliche Zusammenhänge und deren Folgen zu erkennen, und nicht zuletzt mit der „historischen Kompetenz“, um aus der Vergangenheit zu lernen und die Zukunft als Utopie zu entwerfen und zu gestalten.
Hinter den “Fit fürs Leben” Botschaften einer neoliberalen Bildungspolitik steht ein zweckorientiertes Verständnis von Schule und Bildung als Qualifikationsinstrument einer profit- und konkurrenzorientierten Wirtschaft, in der Menschen möglichst passgenau als sogenannte „Humanressourcen“ verfügbar sein sollen, die sich dann auch möglichst flexibel an die sich permanent verändernden Erfordernisse dieser Wirtschaft anpassen sollen. Das, was dann in diesem Denken oft auch als Herstellung von „Employability“ bezeichnet wird, wobei Bildungsinhalte auf das optimale, geschmeidige Funktionieren in dieser Systemlogik ausgerichtet werden.

Damit unterscheidet sich diese neoliberale Bildungspolitik und die von ihr fast aktionistisch vorangetriebenen Maßnahmen in ihren Zielsetzungen grundlegend von den Bildungsreformen der 1970er Jahre, die wesentlichen von emanzipatorischen sozialen Zielen getragen waren. Und die auf einer bildungspolitische Tradition aufbauten, für die in Österreich ganz speziell Otto Glöckel mit seinen pädagogisch wie sozial revolutionären Schulreformen steht, die leider aufgrund der anhaltenden konservativ-elitären Blockaden bis heute nur bruchstückhaft umgesetzt sind.


Was ein neoliberales von einem emanzipatorischen Bildungsverständnis unterscheidet

Das neoliberale nutzenorientierte Bildungsverständnis hingegen steht klar in der Tradition des alten theresianischen Denkens, das erkennbar bis heute leider noch immer hartnäckig in der DNA unseres Schulsystems verankert ist. Denn auch die Schulreformen und die Investitionen Maria Theresias in ein gut funktionierendes Schulsystem waren nicht von einem aufklärerischen oder gar sozialen Bildungsanliegen getrieben, sondern von der simplen Notwendigkeit standardisierter Grundbildung, um ein zeitgemäßes Funktionieren der Verwaltung, des Heeres und der Wirtschaft in der Habsburgermonarchie zur gewährleisten. Und um nicht gegenüber anderen Ländern wie Preußen noch weiter ins Hintertreffen zu geraten.

Wenn heute von „Wettbewerbsfähigkeit“ im Zusammenhang mit Schule und Bildung die Rede ist, ist das daher im Grunde nichts anderes als dieses alte theresianische interessengeleitete, verwertungsorientierte Denken.
Ein wesentlicher Aspekt dieses neoliberalen Bildungsverständnis ist dabei auch das bildungsökonomische Kalkül, dass Lernprozesse möglichst effizient, geradlinig und outputorientiert gestaltet werden sollen. Alles was nicht als direkt verwertbar erscheint, wird unter dem Schlagwort „Entrümpelung“ als angeblich unnötiger Ballast wegrationalisiert und Bildungsinhalte werden auf rasch abrufbare Kernkompetenzen reduziert. Und somit der Selbstwert von Bildung als lästiges Beiwerk beiseite geschoben.

Diese rein betriebswirtschaftliches Effizienzdenken in der Bildung zielt dabei auf die Verkürzung und Beschleunigung von Lernprozessen ab. Die eigensinnige Individualität von Kindern und Jugendlichen wird dabei als “Störfall” gesehen.


Bildung ist kein Highway mit "Überholspuren" und "Aufholjagden"

Aus diesem Wettbewerbs- und Beschleunigungsdenken heraus wird dann auch immer wieder proklamiert, wir müssten eine „Aufholjagd“ starten und unser Bildungssystem auf die „Überholspur“ bringen. Aber Bildung ist kein Highway, kein Wettrennen, keine Jagd nach immer mehr, immer höher, immer besser.

Braucht es statt dessen nicht eher das Herausnehmen von Erwartungs- und Leistungsdruck aus der Schule, der alle belastet, Schüler:innen wie Pädagog:innen? Sollten wir nicht statt dessen möglichst geschützte Räume für Entwicklung schaffen, in denen Kinder und Jugendliche mit ihren Möglichkeiten, Interessen und Zielen und in jeweils ihrem eigenen Tempo und Rhythmus wachsen können? Auch mit den oft damit verbundenen Schleifen, den Neben- und Umwegen und auch vermeintlich verlorener Zeit, die halt auch dazu gehören. Und ich weiß aus meiner eigenen Bildungsgeschichte diesbezüglich sehr gut, wovon ich spreche.
Sollten wir daher nicht Schulen die Ressourcen und Rahmenbedingungen und auch die pädagogischen Freiräume geben, damit sie das ermöglichen können, damit Pädagog:innen das auch leisten können? Statt sie zu Erfüllungsgehilf:innen einer Bildungspolitik zu machen, die Schule vorwiegend als Bildungsfabriken sieht, die möglichst effektiv und standardisiert jene Output liefern, der von externen Verwertungsinteressen vorgegeben wird. Und die aus dem heraus auch immer wieder regulierend in die Arbeit der Schulen mit den Schüler:innen wie auch mit den Eltern hineingrätscht.


Haltung, Kooperation, Selbstbestimmtheit und Würde als zentrale Werte

In den Marketingbotschaften der aktuellen Bildungspolitik vermisse ich hingegen wichtige Werte wie Haltung, Kooperation, Solidarität und Selbstbestimmtheit als Ziele von Schule. Ebenso wie die Stärkung sozialer und emotionaler Kompetenzen, die gerade in der heutigen Gesellschaft mindestens so wichtig sind und ebenso große Beachtung und Förderung verdient hätten wie kognitive Kompetenzen. Auch wenn diese Leistungen des emotionalen und sozialen Lernens per se schwer bis gar nicht mit den üblichen Instrumenten der Testung und Benotung messbar sind, und schon allein deshalb oft in der Logik unseres Bildungssystems unter den Schultisch fallen.
Und ich vermisse in diesen Botschaften ebenso wie in den daraus abgeleitet Maßnahmen vor allem einen grundlegenden Wert: nämlich Würde.

“Die Würde des Menschen ist unantastbar!” - dieser Satz steht zwar nicht explizit in unserer Verfassung wie im deutschen Grundgesetz. Aber es ist dennoch ein konstituierender Grundsatz auch unserer freien, demokratischen Gesellschaft.
Und dieser Satz bedeutet natürlich auch: “Die Würde von Kindern und Jugendlichen ist unantastbar.”
Und das sollte somit ein handlungsleitendes Grundprinzip sowohl für die Bildungspolitik ebenso wie für unsere konkrete Bildungsarbeit sein, an dem jeder Schritt, den wir setzen, gemessen wird.

Es macht wie fassungslos, wie offensichtlich leichtfertig dieses Prinzip einfach ignoriert wird und immer wieder - bewusst oder fahrlässig - Schritte gesetzt werden, mit denen Kinder und Jugendliche systematisch wie individuell beschämt, stigmatisiert und ausgegrenzt werden. Und sie damit auch für politisches Kleingeld instrumentalisiert werden.

Von staatlicher Seite etwa durch Maßnahmen wie das paternalistische und kontraproduktive Kopftuchverbot, das über die Köpfe der Mädchen hinweg deren vielfältige Lebensrealitäten und deren Selbstbestimmtheit ignoriert.
Oder wenn Kinder aufgrund ihrer Familiensprachen von vornherein punziert und abgewertet werden und ihnen vermittelt wird, sie seien nicht fähig genug, weil sie aus der Sicht mancher nicht ausreichend Deutsch könnten. Und sie in Folge dann auch zusätzlich stigmatisierend und ausgrenzend einseitig verpflichtet werden, die Sommerschule zu besuchen, was weder evidenzbasiert noch pädagogisch sinnvoll ist.

Oder wenn Kinder und Jugendliche aus muslimischen Familien in öffentlichen politischen Botschaften unter den Generalverdacht eines religiös verbrämten Fundamentalismus gestellt werden.

Und schließlich, wenn der Stopp der Familienzusammenführung damit begründet wird, dass Kinder, die zu ihren Eltern nachziehen, angeblich das Bildungssystem überlasten und gefährden würden und sie als bildungspolitischen Risiko dargestellt werden. Was nicht nur menschenrechtlich völlig inakzeptabel ist, sondern auch bildungs- und integrationspolitisch nicht haltbar ist.


Systematische Beschämung, Stigmatisierung und Ausgrenzung von Kindern und Jugendlichen

Unser Schulsystem diskriminiert systematisch Kinder und Jugendliche aufgrund ihrer Erstsprachen, ihrer familiären Migrationsbiografien und ihrer sozialen Herkunfts-Milieus. Und die staatliche Bildungspolitik setzt aufgrund ihres neoliberal-konservativen elitären Blicks nicht nur keine wirklich wirksamen Schritte dagegen, sondern verstärkt diese sogar durch ihre Maßnahmen oft.

Ist den handelnden Personen eigentlich bewusst, was diese Eingriffe in die Würde von Kindern und Jugendlichen für diese bedeuten? Und was das auch für deren Vertrauen in unsere Gesellschaft und damit unsere Demokratie bedeutet?

Engagierte Pädagog:innen in unseren Bildungseinrichtungen arbeiten täglich daran, Kindern und Jugendlichen ein möglichst förderliches Umfeld zu schaffen. Und versuchen dabei, Brücken zu den Kindern und Jugendlichen und deren Familien und ihren sehr heterogenen Lebenssituationen zu bauen. Sie fühlen sich aber oft - für mich gut nachvollziehbar - von der bestehenden Bildungspolitik im Stich gelassen, oft auch davon behindert, gerade auch dann, wenn die staatliche Bildungspolitik bürokratisch ordnend in deren pädagogische Gestaltungsfreiheit eingreift.

Das raubt den Kindern und Jugendlichen Zeit und Perspektiven. Das raubt ebenso den Pädagog:innen Zeit und Energie, die besser und wirkungsvoller eingesetzt werden könnten.
Und das raubt uns als Gesellschaft Zukunftspotenziale.


Engin Catik als radikaler Optimist

Engin Catik hat in diesem Sommer übrigens seine Arbeit an der Bergius-Schule beendet, nachdem er dort den “Turnaround” schaffen konnte und die Schule aus der Krise auf einen guten Weg bringen konnte, wie er es formulierte. Er wechselt nun in die Berliner Schulverwaltung, wo er aus seiner Sicht noch mehr bewirken kann. Ich wünsche ihm und dem Berliner Schulwesen ganz aufrichtig, dass ihm das auch gelingt. Ich bin auch zuversichtlich, dass das so sein wird. Denn Menschen wir er lassen sich nur sehr bedingt mit ihren Anliegen aufhalten und finden immer auch gegen beharrende und bürokratische Widerstände Wege, diese auch umzusetzen. Es wäre jedenfalls dringend nötig, nicht nur in Berlin. Ich möchte diesen Beitrag daher auch mit seinen zuversichtlichen Worten beenden, denen ich mich voll und ganz anschließe: „Es geht darum, mit Menschen, sowohl Schülerinnen und Schülern als auch Eltern, als auch Lehrkräften und Schulsozialarbeitern, diese Systeme zu verändern. Ich bin ein sehr klarer Mensch in Bezug auf die Herausforderungen des Systems, aber auch in Bezug auf die Chancen, die es gibt. Und ich spüre Tag für Tag, dass wir die Welt in unserem Raum ein kleines Stückchen besser machen. Und deswegen bin ich radikal optimistisch.“

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Quellen und Literaturhinweise:

- "Klarheit, Ordnung und viel Empathie". Engin Çatık im Gespräch mit Armin Wolf.
- Wie Engin Çatık die "schlimmste Schule Deutschlands" aus der Krise geführt hat. In: Der Standard vom 10.03.2026

- Armin Bernhard: "Humanressourcen und flexibles Subjekt. Anmerkungen zur vorherrschenden Bildungsauffassung und und zu ihrer Bekämpfung im "Geist der Abspaltung". In. Das Argument 302, Hest 3/2013, S.371 ff.
- Oskar Negt: Philosophie des aufrechten Gangs: Streitschrift für eine neue Schule. Steidl 2014
- Daniel Marcher: Bildungspolitische Ausrede: das Flüchtlingskind. Gastkommentar in: Der Standard vom 5.7.2026